Eine myofunktionale Störung betrifft die Funktion der Lippen- und Zungenmuskulatur. Dadurch kann es zu Schluck- und Artikulationsstörungen (z. B. Lispeln) kommen. Ein fehlerhaftes Schluckmuster kann ursächlich für eine Kiefer- oder Zahnfehlstellung sein. Ziel der Therapie ist daher die Herstellung eines Muskelgleichgewichts und einer normalen Schluckfunktion.
Sprachentwicklungsverzögerungen und Sprachentwicklungsstörungen können sich in vielerlei Hinsicht äußern. So kann es bei Kindern zu Störungen der Grammatik („Ich zur Schule gehen.“) und oder zu einem geringen, nicht altersgerechten Wortschatz („Ich möchte Dings … äh … das da.“) kommen.
Therapieziel ist hier das Wecken von Freude und Spaß am Sprechen. Daher wird vorwiegend im freien Spiel gearbeitet – so kann das Kind spielerisch einen altersgemäßen Sprachstand erlangen.
Bei Dyslalien können bestimmte Laute nicht korrekt gebildet werden. Die am häufigsten auftretenden Artikulationsstörungen sind der Sigmatismus und Schetismus (Lispeln), bei denen die „Zischlaute“ nicht korrekt gebildet werden könnnen.
Aber auch andere Laute können betroffen sein („Tut mal die Tuh tommt“ = „Guck mal die Kuh kommt“).
Stottern fällt unter die sogenannten Redeflussstörungen, die sich in Wiederholungen von Lauten, Silben oder Wörtern („Ich ich ich h- h- heiße …), Blockaden (stumme Pausen) oder Dehnungen („Ich wwwwwohne in …“) äußern.
Das Poltern ist, genau wie das Stottern, eine Störung des Redeflusses. Es zeichnet sich durch eine undeutliche, verwaschene und eilige Aussprache aus.
Die Verständlichkeit wird dadurch stark beeinträchtigt.
Stimmstörungen können die verschiedensten Ursachen haben. Unterschieden werden funktionelle, organische und ponogene (berufsbezogene) Dysphonien.
Durch eine zu hohe Stimmbelastung oder einen falschen Stimmgebrauch, beispielsweise bei berufsbedingten „Vielsprechern“ wie Lehrer oder Erzieher, kann es zu funktionellen Stimmstörungen kommen.
Symptome sind meistens Heiserkeit oder auch Missempfindungen, zum Beispiel Kloßgefühl oder Schmerzen im Hals.
Entzündungen des Kehlkopfes oder der Stimmlippen, gutartige Veränderungen (Stimmlippenknötchen) oder Lähmungen der Stimmlippen sowie hormonelle Schwankungen können organische Dysphonien verursachen.
Aphasien treten zumeist nach Schlaganfällen, Hirnblutungen, einem Hirntrauma, bei Hirntumoren oder anderen neurologischen Grunderkrankungen auf.
Eine Aphasie kann alle vier sprachlichen Ebenen betreffen:
Ebenso vielfältig ist auch die Symptomatik. Die Symptome können von leichten Wortfindungsschwierigkeiten, über eine Störung des Satzbaus, bis hin zu schweren Sprachverständnisstörungen reichen.
Sprechapraxien fallen, wie die Aphasien, unter die neurologischen Sprach- und Sprechstörungen. Auch hier sind Schlaganfälle, Hirnblutungen und neurologische Grunderkrankungen ursächlich.
Bei Sprechapraxien ist die Planung der Artikulation gestört. Die willentliche Ausformung von Sprachlauten ist hierbei nicht möglich, ein spontaner Ausruf ist dagegen kein Problem.
Bei einer Dysarthrie handelt es sich ebenfalls um eine neurologische Sprechstörung. Auch hier liegt die Ursache zumeist in einem Schlaganfall, einer Hirnblutung oder einer neurologischen Grunderkrankung, wie zum Beispiel Morbus Parkinson oder Multiple Sklerose begründet.
Charakteristisch für eine Dysarthrie sind Störungen der Atmung, der Haltung, der Stimmgebung sowie der Artikulation, wodurch die Verständlichkeit der Patienten sehr stark beeinträchtigt sein kann.
Bei vielen neurologischen Grunderkrankungen (zum Beispiel Multiple Sklerose, Morbus Parkinson, ALS) sowie nach Schlaganfällen, Hirnblutungen oder bei Hirntumoren kann es zu Schluckstörungen kommen.
Diese können sich durch eine erschwerte Nahrungsaufnahme mit verzögertem Schluckreflex, Austritt der Nahrung durch die Nase oder durch Hochwürgen bereits geschluckter Nahrung äußern.
Die Gefahr einer Dysphagie liegt in einer unzureichenden Nahrungs- bzw. Flüssigkeitsaufnahme. Ziel der Therapie ist daher diese sicherzustellen